Dionysos-Mosaik wiederhergestellt

Die durch den Orkan Kyrill im Januar 2007 angerichteten Sch├Ąden sind beseitigt

von Andreas Rehnolt
Dionysos-Mosaik aus der Römerzeit
wieder zu besichtigen


Restaurierungsarbeiten nach Orkanschäden abgeschlossen

Köln - Die Restaurierungsarbeiten am Dionysos-Mosaik im Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln sind erfolgreich beendet worden. Direktor Hansgerd Hellenkemper teilte mit, daß das historisch wertvolle Mosaik ab heute, Samstag 19. Juli wieder für die Besucher des Museums uneingeschränkt zu betrachten sei. Deutschen und italienischen Experten sei es gelungen, die alte Farbigkeit und Strahlkraft des Bodenkunstwerks wieder herzustellen. "Der ‚Patient' kann die Intensivstation verlassen, bleibt aber unter Beobachtung, ob nicht noch kleinere Nacharbeiten nötig sind," so Hellenkemper.

Das Mosaik aus der Zeit des römischen Köln hatte am 18. Januar 2007 durch den Orkan Kyrill schwere Schäden davongetragen. Holzbohlen und Sperrholzplatten waren, vom Sturm losgerissen über den Roncalliplatz in Fenster des Museums geweht worden und auf den fast 2000 Jahre alten Bodenbelag gefallen. Die Folge: Schürfspuren und Kratzer an rund 120 Stellen - ein Schaden in siebenstelliger Höhe. Jeder der rund 1,5 Millionen Steine des 70 Quadratmeter großen Mosaiks mußte daraufhin in mühevoller und monatelanger Kleinarbeit überprüft werden. Die zerstörten Museumsfenster bekamen ein noch stabileres Sicherheitsglas als vorher.

Die letzte Etappe der Ausbesserungsarbeiten - in Fachkreisen "Kampagne" genannt - endete am gestrigen Freitag. Restauratoren und Diplomanden der Fachhochschule Erfurt und des wohl weltbesten Institutes zur Restaurierung von Mosaiken und Wandmalereien - des "Istituto Superiore per la Conservazione ed il Restauro" des italienischen Ministeriums für Kulturgüter - waren beteiligt. Das italienische Institut war auch schon bei der Bergung des Mosaiks vor 50 Jahren dabei. "Für sie war das Ehrensache, bei dieser Restaurierung wieder mit von der Partie zu sein", lobte Hellenkemper das Engagement der Spezialisten aus Italien. Voraussichtlich im Oktober oder November will das Museum die Kölnerinnen und Kölner zu einem Umtrunk einladen, um die Wiederherstellung des Kunstschatzes gebührend zu feiern.

Das Dionysos-Mosaik hatte ein reicher und mächtiger Römer in Köln um 220-230 nach Christus im Speisesaal anlegen lassen. Das Grundstück, auf dem seine Villa mit den 20 Zimmern stand, war eines der teuersten in der damaligen Zeit gewesen. Vermutlich im Dezember des Jahres 355 nach Christus brannte das Haus beim Sturm der Franken auf das römische Köln nieder. Eines der 32

Dionysos-Mosaik unter Acryl (Weltwirtschaftsgipfel 1999)
Foto © Stadt Köln/Marion Menniken
Bildmotive des Mosaiks zeigt den betrunkenen und von einem Satyr gestützten Weingott Dionysos - daher der Name "Dionysos-Mosaik". Das Bodenkunstwerk war 1941 bei Bauarbeiten für einen Luftschutzbunker neben dem Kölner Dom gefunden worden.

Um diesen kostbaren Fund herum baute man später das Römisch-Germanische Museum, das damit auf den Mauern der römischen Stadtvilla entstand. In der nachrömischen Zeit wurde nur noch einmal auf dem Dionysos-Mosaik gespeist: Während des Weltwirtschaftsgipfels 1999 in Köln kamen die führenden Regierungschefs der Welt hier zu einem festlichen Essen zusammen.

Redaktion: Frank Becker