Ludwig-Museum Köln zeigt Werke der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama

Malerei, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Performance sowie Literatur

von Andreas Rehnolt

Kusama Fashion © Yayoi Kusama -Foto: Tom Haar
Ludwig-Museum Köln 
zeigt Werke der japanischen
„Soft-Sculpture“-Künstlerin 
Yayoi Kusama
 
Die groß angelegte Schau präsentiert 
Malerei, Zeichnungen, Skulpturen, 
Installationen, Performance 
sowie Literatur
 
Zum 50-jährigen Jubiläum des Museums Ludwig in Köln präsentiert das Haus seit dem vergangenen Samstag eine großangelegte Schau mit insgesamt rund 300 Werken der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Die im März 1929 in Matsumoto/Japan geborene Kusama ist eine der weltweit wichtigsten Vertreter der „Soft-Sculpture“-Bewegung in der Kunst. Sie zählt zudem zu den bekanntesten Künstlerinnen unserer Zeit, hieß es zum Auftakt der bis zum 2. August terminierten Schau. Ihre ikonischen Polka Dots, ihre Kürbisskulpturen und ihre verspiegelten Infinity Rooms seien zu einer Art Markenzeichen für Kusama geworden, betonte Kurator Stephan Diederich.
 
Das Ludwig-Museum zeigt insgesamt über 300 Werke der Künstlerin und bietet dabei Exponate aus sämtlichen Schaffensperioden, von der ersten Zeichnung von 1934 bis heute, und durch eine Vielzahl künstlerischer Medien, wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Mode, Performance und Literatur. Neben der gesamten Wechselausstellungsfläche des Museums belegt die Schau auch weitere Bereiche des Hauses wie etwa die Dachterrasse. Eine neue, für die Ausstellung konzipierte Rauminstallation nimmt den größten Saal des Hauses ein. Zudem werden frühe ikonische Arbeiten, wie etwa die erste 1963 entstandene Installation der Künstlerin mit dem Titel „Aggregation: One Thousand Boats Show“ gezeigt.
 
Im Zentrum von Kusamas Werk stehen die Natur in ihrem ständigen Wandel, Werden und Vergehen sowie die Unendlichkeit des Universums, in der alles Existierende sich letztlich auflöst, so Kuirator Diederich. Auch die für sie typischen Punktemuster (Polka Dots), mit denen die Künstlerin Gegenstände und Menschen überzieht, sind ebenso Ausdruck dieser Weltsicht wie ihre Unendlichkeits-Spiegelräume. Erlebnisse ihrer Kindheit, darunter Halluzinationen, in denen sie den eigenen Körper und die Umgebung von Punkten, Blüten und anderen Wiederholungsmustern überwuchert wahrnahm, durchziehen Kusamas gesamtes Schaffen.
 
Nach Kindheit und Jugend im ländlichen, patriarchalisch geprägten Japan der Nachkriegszeit ging Kusama in den späten 1950er Jahren ins New York der Flower Power-Bewegung und des Vietnamkriegs.Dort bezog sie politisch Stellung und machte mit ihren teils provokanten Happenings Schlagzeilen. Sie kehre 1973 nach Japan zurück und verarbeitete ihre existentiellen Ängste in oft schonungslosen Romanen und Gedichten. In ihrem kraftvollen Alterswerk erschaffte sie wiederum lebensvolle und farbenprächtige Bilderzyklen. Seit 2017 verfügt die Künstlerin über ein eigenes Museum in Tokyo. Nach dem Ende der Schau in Köln wird sie auch im Stedelijk-Museum im niederländischen Amsterdam (12.9.26-17.1.27) gezeigt. 

Publikation
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: Yayoi Kusama, hrsg. von Leontine Coelewij, Stephan Diederich und Mouna Mekouar, mit Textbeiträgen von Emanuele Coccia, Leontine Coelewij, Stephan Diederich, SooJin Lee, Katie Mack, Stefano Mancuso, Ralph McCarthy, Mouna Mekouar, Charlotte Sarrazin, Agata Marta Soccini und Helen Westgeest, 20,5 x 26 cm, Broschur mit Schutzumschlag, 268 Seiten, 280 Abb., Hatje Cantz, ISBN 978-3-906053-86-8, Preis: 38€ (deutsche Museumsausgabe), ISBN 978-3-7757-6032-4, Preis: 48€ (deutsche Verlagsausgabe). 


Museum Ludwig - Heinrich-Böll-Platz - 50667 Köln - Tel.: 0221 - 221-26165
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, jeden 1. Donnerstag/Monat von 10 bis 22 Uhr geöffnet.