Die Peter Kowald Gesellschaft l├Ądt ein

"4 Tage vor ort im April 2007"

von Katrin Ann Kunze

Peter Kowald 1944-2002

4 Tage vor ort im April 2007

Wie schon in den Jahren 2004 bis 2006 veranstaltet die Peter Kowald Gesellschaft / ort e.V. auch im April 2007 zu Peter Kowalds Geburtstag ein kleines Festival unter dem Motto "4 Tage vor ort" in der Luisenstraße 116, 42103 Wuppertal.




Die Peter Kowald Gesellschaft lädt dazu ein:

Peter Kowald hat Zeit seines Lebens den engen Kontakt und Austausch aller Kunstsparten gesucht und gefördert, künstlerische ebenso wie menschliche Begegnungen über alle denkbaren Grenzen hinweg gestiftet.

Neben unserer fortlaufenden Arbeit ist es uns bei "4 Tage vor ort" ein besonderes Anliegen, seine Arbeit in diesem Sinne weiterzuführen.
Eine Ausstellung, eine Gesprächsrunde, ein Filmabend mit Musik und natürlich ein Improvisationskonzert finden in diesem Jahr eine enge thematische Verknüpfung. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der improvisierten Musik in der Ex-DDR bis heute. Mit Ulli Blobel (Berlin) und dem Jazzjournalisten und Musikkritiker Bert Noglik (Leipzig) stehen uns zwei bedeutende Zeitzeugen zur Verfügung, die Moderation am 19. April wird Antje Rößler übernehmen.
Günter "Baby" Sommer und der Trompeter Wadada Leo Smith (Chicago) haben über viele Jahre mit Peter Kowald ein festes Trio gebildet. Sie werden nun am 20. April als Duo im ort auftreten. Günter "Baby" Sommer wird darüber hinaus den Film "Konzert im Freien" von Jürgen Böttcher (Strawalde) persönlich kommentieren.
Mit dem "Sächsischen Improvisationsensemble s.i.e." sind am 21. April 16 Vertreter der jüngeren Generation von Improvisationsmusikern aus der ehemaligen DDR im ort zu Gast. Dieses einzigartige, im Jahr 2000 gegründete Ensemble vereint Musiker und Musikerinnen aus den


Duo Hartmut Dorschner - Eugen Egner
Foto  © Birgit Parduhn
Bereichen Klassik, Jazz, Rock und Neue Musik und widmet sich neuen Möglichkeiten musikalischer Grenzerfahrung. Einer der "s.i.e."-Musiker, Hartmut Dorschner, wird im April vier Wochen als "Artist in Residence" Quartier im ort beziehen und mit hiesigen Musikern und Künstlern anderer Sparten zusammenarbeiten. Sein Antrittskonzert gibt er am 31. März.

Parallel zur Ausstellung von Peter Kowalds Kunstsammlung ­ heute Teil der Sammlung Irini Bratti, die am 13. April in der Galerie Epikur eröffnet wird, findet im ort ab 18. April eine Ausstellung von Peter
Kowalds Sammlung mit Konzertplakaten statt. Einige dieser Plakate hat Kowald selbst gestaltet, teilweise dokumentieren sie eigene Auftritte, viele von ihnen tragen Originalsignaturen von
Künstlerkollegen der unterschiedlichsten Sparten und Szenen.

Das Programm in der Übersicht:

Mittwoch, 18. April 2007, 20 Uhr
Ausstellungseröffnung im ort: "Peter Kowalds Plakatsammlung"
Musik: Hartmut Dorschner
Tanz: Chrystel Guillebeaud

Donnerstag, 19. April 2007, 20 Uhr
Gesprächsabend im ort: "Hürdenlauf zum freien Spiel. Jazz in der DDR"
Antje Rößler im Gespräch mit Ulli Blobel und Bert Noglik

Freitag, 20. April 2007, 20 Uhr
Konzert im ort: Leo Smith (Trompete) und Günter "Baby" Sommer


Foto © Peter Kowald Gesellschaft / ort e.V.

(Schlagzeug, Perkussion)
anschließend Film: "Konzert im Freien" (86 min.) von Jürgen Böttcher (Strawalde) mit Günter "Baby" Sommer (Perkussion) und Dietmar Diesner (Saxofon) kommentiert von Günter "Baby" Sommer

Samstag, 21. April 2007, 20 Uhr
Konzert in der Galerie Epikur: "Sächsisches Improvisationsensemble s.i.e."
u.a. mit Hartmut Dorschner ("Artist in Residence" der PKG im April 2007)

Weiteren Vorgeschmack in Form von Künstlerfotos gibt es auf unserer
Vereinswebseite www.kowald-ort.com, mehr Info im Anhang.

Mit freundlichem Gruß,Peter Kowald Gesellschaft  / ort e.V.
Der Vorstand
i. A. Katrin Ann Kunze

ort@tekste.com
www.kowald-ort.com


Mehr Info zum Duo Sommer/Smith:
Wadada Leo Smith und Günter “Baby³ Sommer trafen sich 1979 durch die Vermittlung von Peter Kowald im Kontext eines außerordentlichen Trios. Das filigrane Spiel des Chicagoer Trompeters und die offenen Klang- und Perkussionsräume des Dresdner Schlagzeugers erzeugten bereits damals in faszinierender Gemeinsamkeit eine sensible musikalische Sprache. Von der intensiven Zusammenarbeit und der regen Konzerttätigkeit in ganz Europa zeugen die 1979 und 1981
aufgenommenen und bei FMP erschienenen Platten "Touch The Earth" und "Break The Shells". Nach dem Tod Peter Kowalds begegneten sich Wadada Leo Smith und Günter "Baby" Sommer nach 23 Jahren beim "Total Music Meeting" 2005  in Berlin wieder. Ihre vielfältigen Erfahrungen, gesammelt in Dutzenden Ensembles und konzentriert durch solistische Arbeit, entfalten und vereinen sich nun in einem wahrlich meisterhaften Duo. Einen guten Eindruck von der Gelassenheit, Weisheit und Spiritualität des Duos vermittelt die INTAKT-CD "Wisdom In Time".

Mehr Info zum Film "Konzert im Freien":
"Konzert im Freien" dokumentiert zweierlei: Mitten in Berlin, an historischer Stelle zwischen Marienkirche und Rotem Rathaus, steht wie ein Relikt das Marx-Engels-Forum, ein großes, ehrgeiziges Denkmalsprojekt der ehemaligen DDR. Jürgen Böttcher (Strawalde) verwendet für seinen experimentellen Dokumentarfilm eigene Aufnahmen der Entstehung des Denkmals aus den Jahren 1981-86, die damals als Auftragswerk der Regierung gedacht, aber nie zu einem Film zusammengestellt wurden. Diese Bilder kombiniert er mit 2001 auf dem Marx-Engels-Forum gedrehten Aufnahmen, wo Günther "Baby" Sommer (Schlagzeug, Perkussion) und Dietmar Diesner (Saxofon) einen Tag lang im Freien konzertierten.
Im ort wird Günter Sommer diesen 86 Minuten langen Film persönlich kommentieren.

Mehr Info zu "s.i.e.":
Das "Sächsische Improvisationsensemble s.i.e." vereint 16 Musiker und Musikerinnen aus den Bereichen Klassik, Jazz, Rock und Neue Musik und zeigt neue Möglichkeiten auf, Grenzen zwischen den einzelnen Sparten abzubauen. Grundidee ist der Versuch, ohne diktatorische Vorgaben gemeinsam eine musikalische Sprache zu (er-)finden. Dabei werden natürlich nicht nur konventionelle Hörerwartungen befriedigt, sondern bewusst auch neue Klangmöglichkeiten ausprobiert und mit Musik im wahrsten Sinne gespielt. Musikalische Vielfalt ist gefragt und muss ausgehalten werden. Die gemeinsame Erfahrung bestätigt den Beteiligten, dass unterschiedliche Ideen neben- und miteinander existieren können. Der Chemnitzer "blitz" schrieb im Januar 2002 von einem "Abend der besonderen Art, der in seinen besten Momenten vor eigenwilliger Originalität sprühte und die Zuhörer vor ungeahnte Überraschungen stellte. (...) Mit seinem Erfolg (...) ist das Sächsische Improvisationsensemble ein Modell für Zusammenleben in unserer pluralistischen Welt."

Die Besetzung:


Foto © s.i.e.

Karoline Schulz (Flöten)
Chris Weinheimer (Flöten, Bratsche)
Isabelle Schöne (Oboe)
Ole Schmidt (Klarinetten)
Hartmut Dorschner (Saxofon)
Alexander Gerner (Saxophon)
Andreas Nordheim (Kornett)
Günter Heinz (Posaune)
Frank Dresig (Klavier)
Christoph Dittmar (Cembalo)
Hannes Lingens (Akkordeon)
Eckehard Fritsch (Gitarre)
Sabine Grüner (Cello)
Uwe Chrzibek (Tuba, Bassgitarre)
Kace Kaufmann (Vibrafon)
Wieland Fritsch (Schlagzeug)